Stadtführungen in Paris
Paris sieht einheitlich aus, weil es einheitlich vorgeschrieben war. Zwischen 1853 und 1870 ließ Präfekt Haussmann rund 20.000 Gebäude abreißen und über 40.000 neu errichten, und dabei galt eine Bauordnung, die man heute noch von jedem Boulevard aus ablesen kann: Die zulässige Traufhöhe war an die Straßenbreite gekoppelt, die Dachneigung auf 45 Grad festgelegt, an den neuen Boulevards Werkstein vorgeschrieben — und die durchlaufenden Balkone im zweiten und fünften Geschoss sind keine Mode, sondern eine Vorschrift. Wo diese Regelmäßigkeit fehlt, im Marais, auf der Île de la Cité, in Montmartre, war Haussmann nicht. Die Stadt selbst ist dabei kleiner, als sie wirkt, und größer, als man geht: rund zehn Kilometer Durchmesser, aber vom Louvre zum Eiffelturm eine Stunde zu Fuß.
- 11Angebote auf dieser Seite
- ab 27,00 €günstigstes Angebot
- 4,6 aus 7.629 Bewertungen bei den Anbietern
Preise und Bewertungen kommen live von unseren Partnern · zuletzt geprüft am 10.8.2026
Wir stellen auf dieser Seite die deutschsprachigen Stadtführungen in Paris vor. Wenn Sie über unsere Partnerlinks eine Führung buchen, erhalten wir dafür eine Provision. Der Preis bleibt für Sie selbstverständlich unverändert.
Paris: Private Stadtführungen
In Frankreich ist Führen kein freier Beruf. Wer eine gewerbliche Führung durch ein staatlich anerkanntes Museum oder ein historisches Monument leitet, braucht die carte professionnelle de guide-conférencier — das betrifft den Louvre, das Musée d’Orsay, Versailles, die Sainte-Chapelle und praktisch jedes große Haus der Stadt. Wer ohne sie führt, riskiert ein Bußgeld. Die Karte stellt der Präfekt aus, sie ist kostenlos und unbefristet, sie gilt landesweit, und sie setzt ein Hochschuldiplom voraus. Entscheidend für deutschsprachige Gäste: Die Sprachen stehen auf der Karte, verlangt wird mindestens Niveau C1, und die Zahl der eingetragenen Sprachen ist nicht begrenzt. Zum Vergleich — in Deutschland ist der Beruf des Gästeführers nicht staatlich geregelt; der Berufsverband schreibt das selbst so. Deutsche Leser bringen ihre Erwartung aus dem deutschen System mit und unterschätzen deshalb, was eine französische Museumsführung voraussetzt.
Eine private Führung ist in Paris nicht bloß dieselbe Tour mit weniger Leuten, sondern institutionell etwas anderes. Der Louvre unterscheidet formal zwischen einer kleinen Gruppe von bis zu sechs Teilnehmenden plus Leitung und einer großen Gruppe von sieben bis zwanzig — und ab der großen Gruppe muss die Leitung Kopfhöreranlage und Mikrofon selbst mitbringen. In Versailles liegt die Schwelle noch niedriger: Ab fünf Personen sind Kopfhörer verpflichtend. Unterhalb dieser Grenzen wird gesprochen, oberhalb wird gesendet, und eine Kopfhöreranlage ist ein Einwegkanal — Rückfragen sind darin technisch nicht vorgesehen. Das ist der handfeste Unterschied, und er steht in den Hausregeln, nicht im Werbetext. Welche Sprachen für ein Angebot bestätigt sind, steht bei jeder Tour in der Zeile „Sprachen“.
1 Private Führung im Montmartre-Viertel
Montmartre ist die einzige echte Steigung im Programm: Der Hügel ist mit 131 Metern der höchste Punkt der Stadt, und neben der Standseilbahn führen über 220 Stufen hinauf. Der Rundgang nimmt Moulin Rouge, Sacré-Cœur und den Place du Tertre mit und geht dabei durch ein Viertel, das Haussmanns Umbau nie erreicht hat — deshalb sieht es anders aus als der Rest von Paris.
- Highlights Moulin Rouge, Basilika Sacré-Coeur, Place du Tertre, malerische Gassen, ruhige Ecken
- Gruppengröße privat (max. 15 Personen)
- Sprachen Deutsch
- Dauer der Führung 2 Stunden
- Preis ab ca. 80,00 € / Person (bei 2 Personen)*
- Bewertung der Tour 4,9 (353 Rezensionen)
- Private Führung: Der Guide ist nur für Sie und Ihre Begleitung da.
- Eintritte sind nicht enthalten. Der Rundgang bleibt in frei zugänglichen Bereichen; Innenbesichtigungen können Sie danach auf eigene Faust anschließen.
*Der Preis pro Person sinkt mit der Zahl der Teilnehmenden. Die Führung ist deutschsprachig und bleibt in frei zugänglichen Bereichen.
2 Private Führung in Le Marais
Le Marais hat seinen mittelalterlichen Straßenverlauf behalten, weil das Viertel 1964 als erstes Sanierungsgebiet Frankreichs unter Schutz gestellt wurde — auf 126 Hektar. Das ist der sachliche Grund, warum es hier anders aussieht als auf den Boulevards. Der Rundgang führt am Centre Pompidou und am Rathaus vorbei, durch die Gassen mit den Stadtpalais des 16. und 17. Jahrhunderts und in das jüdische Viertel.
- Highlights Centre Pompidou, Rathaus von Paris, alte Stadtpaläste
- Gruppengröße privat (max. 15 Personen)
- Sprachen Deutsch
- Dauer der Führung 2 Stunden
- Preis ab ca. 80,00 € / Person (bei 2 Personen)*
- Bewertung der Tour 4,7 (101 Rezensionen)
- Private Führung: Der Guide ist nur für Sie und Ihre Begleitung da.
- Eintritte sind nicht enthalten. Der Rundgang bleibt in frei zugänglichen Bereichen; Innenbesichtigungen können Sie danach auf eigene Faust anschließen.
*Der Preis pro Person sinkt mit der Zahl der Teilnehmenden. Auch diese Führung findet auf Deutsch statt und betritt keine kostenpflichtigen Bereiche.
3 Maßgeschneiderte Tour mit lokalem Guide
Diese private Tour dreht das übliche Programm um: Nicht die Sehenswürdigkeiten stehen im Mittelpunkt, sondern ein Viertel und der Alltag darin — auf Wunsch das Arrondissement, in dem Sie wohnen. Dazu ein Hinweis, der beim Zurechtfinden hilft: Die zwanzig Arrondissements sind spiralförmig vom Zentrum nach außen nummeriert, die Nummer sagt also etwas über die Entfernung, aber nichts über die Richtung.
- Highlights Hotelabholung, Tipps eines Einwohners, flexible Tour
- Gruppengröße privat
- Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Chinesisch
- Dauer der Führung 2 Stunden – 6 Stunden
- Preis ab 55,00 € / Person (bei 2 Personen)*
- Bewertung der Tour 4,7 (541 Rezensionen)
- Private Führung: Der Guide ist nur für Sie und Ihre Begleitung da.
- Wählen Sie bei der Buchung Deutsch als Sprache aus — die Tour wird auch in anderen Sprachen angeboten.
- Eintritte sind nicht enthalten. Der Rundgang bleibt in frei zugänglichen Bereichen; Innenbesichtigungen können Sie danach auf eigene Faust anschließen.
*Der Preis pro Person sinkt mit der Zahl der Teilnehmenden.
Die Dauer legen Sie selbst fest, von zwei bis zu sechs Stunden. Für eine Abholung an der Unterkunft geben Sie deren Namen bei der Buchung an.
4 Private Stadtführung auf Deutsch
Eine private Führung mit deutschsprachigem Guide, die zwei Pariser Gegensätze in einem Weg verbindet: Montmartre mit Moulin Rouge und Sacré-Cœur, wo der mittelalterliche Straßenverlauf erhalten blieb, und danach die Grands Boulevards bis zum Louvre — also genau jene Straßenzüge, deren Gleichförmigkeit auf Haussmanns Bauordnung zurückgeht.
- Highlights Montmartre, Moulin Rouge, Sacré Coeur, Grands Boulevards, Opéra Garnier, Louvre Museum
- Gruppengröße privat (max. 15 Personen)
- Sprachen Deutsch
- Dauer der Führung 4 Stunden
- Preis ab ca. 161,00 € / Person (bei 2 Personen)*
- Bewertung der Tour 4,9 (78 Rezensionen)
- Private Führung: Der Guide ist nur für Sie und Ihre Begleitung da.
- Eintritte sind nicht enthalten. Der Rundgang bleibt in frei zugänglichen Bereichen; Innenbesichtigungen können Sie danach auf eigene Faust anschließen.
*Der Preis pro Person sinkt, je mehr Sie sind. Die Führung findet ausschließlich auf Deutsch statt und bleibt in frei zugänglichen Bereichen; Museumstickets sind nicht enthalten.
5 Retro-Tour in einem Citroën 2CV
Eine Rundfahrt im offenen Citroën 2CV, der „Ente“, mit privatem Fahrer zu den bekannten Punkten der Stadt. Das Fahrzeug ist dabei die halbe Attraktion; angeboten wird die Fahrt zu verschiedenen Tageszeiten und eignet sich vor allem für zwei Personen.
- Gruppengröße privat
- Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
- Dauer der Führung 2 Stunden
- Preis ab 119,50 € / Person (bei 2 Personen)*
- Bewertung der Tour 4,6 (204 Rezensionen)
- Private Führung: Der Guide ist nur für Sie und Ihre Begleitung da.
In eine Ente passen nur drei Personen. Größere Gruppen fahren in mehreren Wagen.
Achtung: Die Rundfahrt lässt sich zwar als deutschsprachige Tour buchen, tatsächlich sollten Sie aber mit einem englischsprachigen Fahrer rechnen. Wenn Sie kein Englisch verstehen, ist dieses Angebot nicht das richtige.
Beim selben Anbieter gibt es die Fahrt auch in Kombination mit einer Bootsfahrt auf der Seine: 2CV-Tour mit Bootsfahrt.
*Der Preis pro Person sinkt mit der Zahl der Teilnehmenden.
6 Privater Rundgang mit lokalem Guide
Ein privater Rundgang durch das historische Zentrum mit einem Guide, der in Paris lebt: Île de la Cité mit Notre-Dame, das Rathaus und die Pont Neuf. Auf so kurzer Strecke lohnt sich das Gehen — hier ist jede Métro-Fahrt Zeitverlust, während zwischen den großen Achsen der Stadt jeweils eine gute Stunde Fußweg liegt.
- Highlights Kathedrale von Notre Dame, Rathaus von Paris, Pont Neuf
- Gruppengröße privat
- Sprachen Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch
- Dauer der Führung 3 Stunden
- Preis ab 310,00 € / Gruppe
- Bewertung der Tour n.v.
- Private Führung: Der Guide ist nur für Sie und Ihre Begleitung da.
- Wählen Sie bei der Buchung Deutsch als Sprache aus — die Tour wird auch in anderen Sprachen angeboten.
- Sie geben Wunschdatum und Uhrzeit an, der Guide bestätigt den Termin und beantwortet vorab Ihre Fragen.
Fahrkarten, Eintritte und Verpflegung sind nicht eingeschlossen. Für eine Führung innerhalb der staatlichen Museen und Denkmäler braucht ein Guide in Frankreich einen eigenen Berufsausweis — fragen Sie danach, wenn ein Museumsbesuch dazugehören soll.
7 Private Stadtrundfahrt im Mini-Van
Vier Stunden im klimatisierten Kleinbus, was in Paris ein sachliches Argument hat: Zwischen Louvre und Eiffelturm liegen zu Fuß rund sechzig Minuten, zwischen Notre-Dame und Sacré-Cœur siebzig samt Aufstieg. Im Wagen lassen sich die Achsen in einem Zug verbinden, mit Halten zum Aussteigen und Fotografieren.
- Highlights Notre Dame, Sacré Cœur, Eiffelturm, klimatisierter Mini-Van
- Gruppengröße privat
- Sprachen Englisch, Deutsch, Spanisch, Französisch
- Dauer der Führung 4 Stunden
- Preis ab 420,00 € / Gruppe
- Bewertung der Tour n.v.
- Private Führung: Der Guide ist nur für Sie und Ihre Begleitung da.
- Wählen Sie bei der Buchung Deutsch als Sprache aus — die Tour wird auch in anderen Sprachen angeboten.
- Sie geben Wunschdatum und Uhrzeit an, der Guide bestätigt den Termin und beantwortet vorab Ihre Fragen.
Abholung an der Unterkunft, am Bahnhof oder am Flughafen ist möglich; geben Sie das bei der Buchung an.
Gruppen-Führungen in Paris
Eine Gruppenführung ist überall dort die vernünftigere Wahl, wo die Route ohnehin feststeht: beim klassischen Stadtüberblick, beim Louvre-Rundgang entlang der bekannten Achse, beim Tagesausflug nach Versailles. Dort wiegt der Vorteil einer Privatführung — eigenes Tempo, eigener Schwerpunkt, Rückfragen — weniger schwer, weil das Programm gesetzt ist. Bei Versailles kommt hinzu, dass eine Gruppe bei über 800 Hektar Gelände ohnehin zusammenbleiben muss, um in der Zeit anzukommen; allein der Grand Canal misst 1.650 Meter.
Zwei Regeln des Louvre gelten allerdings für beide Formate und sind gut zu wissen. Erstens die Zeitobergrenze: Ein Gruppenbesuch dauert höchstens drei Stunden, und die Gruppe verlässt das Haus geschlossen. Bei 14,5 Kilometern Sälen und Gängen ist eine Auswahl damit nicht optional, sondern erzwungen — der Unterschied zwischen privat und Gruppe liegt nicht darin, ob ausgewählt wird, sondern wer auswählt. Zweitens: Im Saal mit der Mona Lisa ist das Sprechen vor Gruppen nicht erlaubt, ebenso wenig das Aufstellen in den seitlichen Durchgängen. Das Bild wird also vorher erklärt oder gar nicht. Für Gruppen ist die Zeitfensterbuchung im Louvre außerdem Pflicht — wer ohne kommt, wird ohne Erstattung abgewiesen.
8 Geführter Rundgang durch Montmartre
Der Rundgang durch Montmartre als Gruppentour: Moulin Rouge, Sacré-Cœur und der Place du Tertre, dazu die Treppengassen dazwischen. Wer wissen will, wie Paris vor Haussmann aussah, ist hier richtig — der Hügel war bis 1860 gar nicht Teil der Stadt, sondern eine eigene Gemeinde.
- Highlights Moulin Rouge, Basilika Sacré-Cœur, Place du Tertre
- Gruppengröße klein – mittel
- Sprachen Deutsch, Englisch
- Dauer der Führung 2 Stunden
- Preis ab 30,00 € / Person
- Bewertung der Tour 4,8 (806 Rezensionen)
- Öffentliche Führung: Andere Gäste nehmen am selben Termin teil.
- Diese Führung wird ausschließlich auf Deutsch durchgeführt.
Weil die Führung sich ausschließlich an deutschsprachige Gäste richtet, verstehen auch die übrigen Teilnehmenden Deutsch.
9 Geführter Spaziergang in der Innenstadt
Ein Überblicksrundgang für den ersten Tag: Treffpunkt an der Opéra Garnier, dann Place de la Concorde, Tuileriengarten, Louvre und Île de la Cité. Am Concorde lohnt ein Hinweis, den der Platz selbst nicht gibt — hier stand die Guillotine von Mai 1793 bis Juni 1794, und über tausend Menschen wurden an dieser Stelle hingerichtet. Heute ist es ein Verkehrskreisel mit einem ägyptischen Obelisken.
- Highlights Opéra Garnier, Louvre Museum, Notre Dame etc.
- Gruppengröße klein – mittel
- Sprachen Deutsch
- Dauer der Führung 2 Stunden
- Preis ab 27,00 € / Person
- Bewertung der Tour 4,4 (102 Rezensionen)
- Öffentliche Führung: Andere Gäste nehmen am selben Termin teil.
In zwei Stunden wird eine lange Strecke zurückgelegt; für längere Aufenthalte an den einzelnen Punkten bleibt entsprechend wenig Raum. Die Führung ist deutschsprachig.
10 Fahrradtour zu versteckten Ecken und Winkeln
Mit dem Rad kommt man in Paris an einem Nachmittag durch mehrere Viertel, für die man zu Fuß einen ganzen Tag bräuchte: Saint-Germain-des-Prés, Quartier Latin, Odéon und Marais. Das eignet sich besonders, wenn Sie die Hauptziele schon gesehen haben und die Zwischenräume kennenlernen möchten.
- Highlights Saint Germain des Prés, Quartier Latin, Odéon, Marais
- Gruppengröße klein – mittel
- Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch, Niederländisch
- Dauer der Führung 3 Stunden
- Preis ab 45,00 € / Person
- Bewertung der Tour 4,9 (2.825 Rezensionen)
- Öffentliche Führung: Andere Gäste nehmen am selben Termin teil.
- Wählen Sie bei der Buchung Deutsch als Sprache aus — die Tour wird auch in anderen Sprachen angeboten.
Rad und Helm sowie die Begleitung durch einen Guide sind im Preis enthalten.
Stadtrundfahrt im Hop-on/Hop-off-Bus
11 Hop-on/Hop-off-Bus in Paris
Der Bus spielt in Paris seine Stärke da aus, wo die Stadt größer ist, als sie aussieht: Zwischen Louvre, Eiffelturm, Arc de Triomphe und Musée d’Orsay liegen jeweils Fußwege von einer knappen bis ganzen Stunde. Wer sich einen ersten Überblick über die Achsen verschaffen will, bekommt ihn hier im Sitzen. Halt machen können Sie an jeder Haltestelle; den Kommentar liefert ein Audiogerät.
- Highlights Ein- und aussteigen, so oft Sie mögen
- Sprachen Deutsch
- Preis ab 36,75 € / Person
- Bewertung der Tour 4,3 (2.606 Rezensionen)
- Ticket online kaufen und beim Einstieg vorzeigen.
- Geführt wird per Audioguide, nicht von einer Person vor Ort.
Hier finden Sie Informationen zum Hop-on/Hop-off-Bus in Paris.
Tipp: Fahren Sie gleich nach dem Frühstück los. Zu dieser Zeit sind die Busse am leersten, und an den großen Häusern hat der Andrang noch nicht eingesetzt.
Entdecken Sie Paris
Der Louvre ist das beste Beispiel dafür, warum eine Erklärung in Paris kein Komfort ist, sondern Arithmetik: rund 70.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche, über 30.000 gezeigte Werke, 403 Räume und 14,5 Kilometer Säle und Gänge. Wer diese Strecke abliefe, wäre über drei Stunden unterwegs, ohne einmal stehen zu bleiben. Ähnlich unsichtbar ist die Revolutionsgeschichte. Die Guillotine hatte keinen festen Ort, sie wanderte über fünf Plätze; auf der heutigen Place de la Concorde stand sie von Mai 1793 bis Juni 1794, und in dieser Zeit wurden dort über tausend Menschen hingerichtet, darunter Ludwig XVI. und Marie-Antoinette. Heute ist der Platz ein Verkehrskreisel mit einem ägyptischen Obelisken; nichts davon steht dort geschrieben. Und unter der Stadt liegt Haussmanns zweites Werk: Zwischen 1854 und 1870 entstanden 340 Kilometer Abwasserkanäle, heute sind es rund 2.600. An jeder Ecke der Galerien hängt ein Straßenschild, das der Adresse darüber entspricht — die Kanalisation ist ein maßstabsgetreues Negativ der Stadt, mit Straßennamen.
Diese Ziele stehen in Paris am häufigsten auf dem Programm:
- Louvre und Tuilerien
- Île de la Cité mit Notre-Dame und Sainte-Chapelle
- Musée d’Orsay im alten Kopfbahnhof
- Eiffelturm und Trocadéro
- Champs-Élysées und Arc de Triomphe
- Place de la Concorde
- Montmartre mit Sacré-Cœur und Place du Tertre
- Marais mit Place des Vosges
- Quartier Latin und Saint-Germain-des-Prés
- Opéra Garnier
- Katakomben unter dem 14. Arrondissement
- Schloss und Park von Versailles
Zu Fuß gut machbar sind drei Gebiete, in denen die Wege kurz und die Substanz dicht ist: die Seine-Inseln, der Marais — 1964 als erstes Sanierungsgebiet Frankreichs ausgewiesen, weshalb der mittelalterliche Straßenverlauf erhalten blieb — und Saint-Germain. Zwischen den großen Achsen dagegen wird Gehen zur Entscheidung, nicht zur Zeitersparnis: Vom Louvre zum Eiffelturm rechnet man eine Stunde, von Notre-Dame nach Sacré-Cœur gut siebzig Minuten samt Aufstieg, vom Arc de Triomphe zum Louvre über die Champs-Élysées ähnlich lang — allein die Avenue misst 1.910 Meter. Die Métro ist im Zentrum fast immer schneller; im Mittel liegt alle 548 Meter eine Station. Montmartre ist die einzige echte Steigung: 131 Meter Höhe, und neben der Standseilbahn führen über 220 Stufen hinauf. Versailles schließlich ist ein eigener Tag — 17 Kilometer hinaus, ein Gelände von über 800 Hektar, und ein halber Tag reicht für das Schloss oder den Garten, nicht für beides.
Drei Dinge, die in Paris über den Termin entscheiden:
Der Wochentag entscheidet mehr als die Jahreszeit. Der Louvre schließt dienstags, das Musée d’Orsay montags. Die beiden Häuser liegen eine Viertelstunde auseinander und wirken wie ein Paar, sind aber an keinem Tag beide geöffnet und an keinem beide zu — wer sich einen Montag oder Dienstag für „die zwei großen Museen“ reserviert, verliert garantiert eines davon. Montag ist zusätzlich der schwächste Tag der Woche, weil auch Versailles, die Katakomben und das Musée Rodin schließen; dienstags fällt neben dem Louvre das Centre Pompidou aus. Eiffelturm und Arc de Triomphe sind ganzjährig offen. Auch die Gratistage taugen nicht mehr als allgemeine Regel: Das Musée d’Orsay ist am ersten Sonntag im Monat frei, verlangt dann aber eine Buchung; der Louvre hat stattdessen eine kostenlose Abendöffnung am ersten Freitag — ausgenommen Juli und August.
Vorlauf und Sicherheitskontrollen. Beim Louvre garantiert allein die Reservierung den Zutritt, für Gruppen ist sie Pflicht. Am Eiffelturm lassen sich Aufzugtickets bis 60 Tage im Voraus buchen, Treppentickets bis 30; dort stehen zwei Kontrollen hintereinander, für die man 15 bis 20 Minuten einplanen sollte, und jede Person braucht einen gültigen Lichtbildausweis. Die Sainte-Chapelle liegt innerhalb des Justizpalastes, entsprechend streng ist die Kontrolle — es gibt dort keine Garderobe, und spitze Gegenstände sowie sämtliche Glasbehälter werden einbehalten und nicht zurückgegeben. In die Katakomben führen 131 Stufen hinab und 112 wieder hinauf, ohne Aufzug, bei rund 14 Grad; das ist ein hartes Ausschlusskriterium, das man vor der Buchung kennen sollte.
Wetter ist selten das Problem, Streiks sind planbar. Paris ist mit gut 630 Millimetern Jahresniederschlag keine nasse Stadt — weniger als München oder Hamburg —, verteilt den Regen aber gleichmäßig über das Jahr. Im Juli liegt das mittlere Tagesmaximum bei knapp 26 Grad, im Januar das Mittel bei gut fünf; Führungen im Freien funktionieren also ganzjährig, und die Einschränkung kommt von Ruhetagen und Zeitfenstern, nicht vom Klima. Bleibt der Verkehr: Streiks im französischen Nahverkehr kommen nicht überraschend. Das Gesetz verlangt eine Ankündigung mindestens fünf Werktage vorher, eine Erklärung der einzelnen Beschäftigten 48 Stunden vorher und eine Information der Fahrgäste spätestens 24 Stunden vorher. Wer am Vorabend beim Verkehrsbetrieb nachsieht, weiß Bescheid.
Fragen & Antworten
Kann man Paris zu Fuß erkunden?
Nur abschnittsweise. Innerhalb der Seine-Inseln, im Marais und in Saint-Germain sind die Wege kurz und lohnt sich jeder Schritt. Zwischen den großen Zielen ist Gehen dagegen eine bewusste Entscheidung und keine Zeitersparnis: Louvre und Eiffelturm liegen gut drei Kilometer auseinander, also rund eine Stunde; von Notre-Dame nach Sacré-Cœur sind es siebzig Minuten samt Aufstieg. Drei Hauptziele an einem Tag zu Fuß bedeuten drei Stunden reines Gehen. Die Métro hat im Mittel alle 548 Meter eine Station und ist im Innenstadtbereich fast immer schneller.
Was kostet eine Stadtführung in Paris?
Der größte Unterschied liegt zwischen privater Führung und Gruppentour. Bei den privaten Angeboten sinkt der Preis pro Person mit der Teilnehmerzahl, weil der Guide für die ganze Gruppe bezahlt wird; Gruppenführungen werden dagegen pro Person abgerechnet. Ein zweiter Punkt sind die Eintritte: Viele Rundgänge halten sich in frei zugänglichen Bereichen auf, Museums- und Monumentstickets kommen dann gesondert dazu. Die aktuellen Preise stehen bei jeder Tour weiter oben auf dieser Seite.
Private Führung oder Gruppenführung — was passt besser?
Das hängt weniger am Geschmack als an einer Schwelle, die in den Hausregeln der Museen steht. Der Louvre unterscheidet zwischen kleinen Gruppen bis sechs Teilnehmenden und großen ab sieben; ab der großen Gruppe muss die Leitung eine Kopfhöreranlage mitbringen. In Versailles sind Kopfhörer schon ab fünf Personen verpflichtend. Unterhalb dieser Schwellen wird gesprochen, oberhalb gesendet — und eine Kopfhöreranlage kennt keine Rückfrage. Eine private Führung lohnt sich deshalb besonders mit Kindern, bei eingeschränkter Mobilität, bei kurzem Aufenthalt oder wenn Sie einen eigenen Schwerpunkt setzen wollen. Steht die Route ohnehin fest — Stadtüberblick, klassischer Louvre-Rundgang, Versailles —, ist die Gruppe die vernünftigere Wahl.
An welchem Wochentag sollte man Paris besuchen?
Möglichst nicht Montag oder Dienstag, wenn die großen Häuser auf dem Programm stehen. Der Louvre schließt dienstags, das Musée d’Orsay montags — beide sind also nie am selben Tag zu, aber eben auch nie am selben Tag beide offen, wenn Sie einen der beiden Tage wählen. Montags kommen Versailles, die Katakomben und das Musée Rodin dazu, dienstags das Centre Pompidou. Eiffelturm und Arc de Triomphe sind ganzjährig geöffnet und deshalb die verlässlichsten Programmpunkte. Mittwoch bis Sonntag ist die Terminlage am entspanntesten.
Lohnt sich Versailles als Halbtagesausflug?
Als halber Tag reicht es für das Schloss oder für den Garten, nicht für beides. Versailles liegt 17 Kilometer vom Louvre entfernt; vom Bahnhof Versailles Château Rive Gauche sind es rund zehn Minuten zu Fuß. Das Gelände misst über 800 Hektar, allein der Grand Canal ist 1.650 Meter lang — wer bis ans Ende und zurück geht, hat gut drei Kilometer nur für dieses eine Element zurückgelegt. Drei Regeln sollte man kennen: Montags sind Schloss und Trianon geschlossen, ab fünf Personen sind Kopfhörer für Gruppen verpflichtend, und Gepäck über 55 mal 35 mal 25 Zentimeter kommt nicht auf das Gelände.
Ähnliche Reiseziele
Auch für diese Städte stellen wir deutschsprachige Führungen vor: